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  • Alessandra Corbetta

I Ponti di Alma: Rainer Maria Rilke

Proponiamo alcuni testi, in lingua originale e nella traduzione a cura di Carlo Ferrucci, tratti da Elegie duinesi. I sonetti a Orfeo (Ensemble 2021) di Rainer Maria Rilke.


Da Elegie duinesi


Die zehnte elegie


Dass ich dereinst, an dem Ausgang der grimmigen Einsicht,

Jubel und Ruhm aufsinge zustimmenden Engeln.

Daß von den klar geschlagenen Hämmern des Herzens

keiner versage an weichen, zweifelnden oder

reißenden Saiten. Daß mich mein strömendes Antlitz

glänzender mache; daß das unscheinbare Weinen

blühe. O wie werdet ihr dann, Nächte, mir lieb sein,

gehärmte. Daß ich euch knieender nicht, untröstliche Schwestern,

hinnahm, nicht in euer gelöstes

Haar mich gelöster ergab. Wir, Vergeuder der Schmerzen.

Wie wir sie absehn voraus, in die traurige Dauer,

ob sie nicht enden vielleicht. Sie aber sind ja

unser winterwähriges Laub, unser dunkeles Sinngrün,

eine der Zeiten des heimlichen Jahres –, nicht nur

Zeit –, sind Stelle, Siedelung, Lager, Boden, Wohnort.


Freilich, wehe, wie fremd sind die Gassen der Leid-Stadt,

wo in der falschen, aus Übertönung gemachten

Stille, stark, aus der Gußform des Leeren der Ausguß

prahlt: der vergoldete Lärm, das platzende Denkmal.

O, wie spurlos zerträte ein Engel ihnen den Trostmarkt,

den die Kirche begrenzt, ihre fertig gekaufte:

reinlich und zu und enttäuscht wie ein Postamt am Sonntag.

Draußen aber kräuseln sich immer die Ränder von Jahrmarkt.

Schaukeln der Freiheit! Taucher und Gaukler des Eifers!

Und des behübschten Glücks figürliche Schießstatt,

wo es zappelt von Ziel und sich blechern benimmt,

wenn ein Geschickterer trifft. Von Beifall zu Zufall

taumelt er weiter; denn Buden jeglicher Neugier

werben, trommeln und plärrn. Für Erwachsene aber

ist noch besonders zu sehn, wie das Geld sich vermehrt, anatomisch,

nicht zur Belustigung nur: der Geschlechtsteil des Gelds,

alles, das Ganze, der Vorgang –, das unterrichtet und macht

fruchtbar…

…Oh aber gleich darüber hinaus,

hinter der letzten Planke, beklebt mit Plakaten des «Todlos»,

jenes bitteren Biers, das den Trinkenden süß scheint,

wenn sie immer dazu frische Zerstreuungen kaun…,

gleich im Rücken der Planke, gleich dahinter, ists wirklich.

Kinder spielen, und Liebende halten einander, – abseits,

ernst, im ärmlichen Gras, und Hunde haben Natur.

Weiter noch zieht es den Jüngling; vielleicht, daß er eine junge

Klage liebt… Hinter ihr her kommt er in Wiesen. Sie sagt:

– Weit. Wir wohnen dort draußen…

Wo? Und der Jüngling

folgt. Ihn rührt ihre Haltung. Die Schulter, der Hals –, vielleicht

ist sie von herrlicher Herkunft. Aber er läßt sie, kehrt um,

wendet sich, winkt… Was solls? Sie ist eine Klage.


Nur die jungen Toten, im ersten Zustand

zeitlosen Gleichmuts, dem der Entwöhnung,

folgen ihr liebend. Mädchen

wartet sie ab und befreundet sie. Zeigt ihnen leise,

was sie an sich hat. Perlen des Leids und die feinen

Schleier der Duldung. – Mit Jünglingen geht sie

schweigend.


Aber dort, wo sie wohnen, im Tal, der Älteren eine, der Klagen,

nimmt sich des Jünglings an, wenn er fragt: – Wir waren,

sagt sie, ein Großes Geschlecht, einmal, wir Klagen. Die Väter

trieben den Bergbau dort in dem großen Gebirg; bei Menschen

findest du manchmal ein Stück geschliffenes Ur-Leid

oder, aus altem Vulkan, schlackig versteinerten Zorn.

Ja, der stammte von dort. Einst waren wir reich. –


Und sie leitet ihn leicht durch die weite Landschaft der Klagen,

zeigt ihm die Säulen der Tempel oder die Trümmer

jener Burgen, von wo Klage-Fürsten das Land

einstens weise beherrscht. Zeigt ihm die hohen

Tränenbäume und Felder blühender Wehmut,

(Lebendige kennen sie nur als sanftes Blattwerk);

zeigt ihm die Tiere der Trauer, weidend, – und manchmal

schreckt ein Vogel und zieht, flach ihnen fliegend durchs Aufschaun,

weithin das schriftliche Bild seines vereinsamten Schreis. –

Abends führt sie ihn hin zu den Gräbern der Alten

aus dem Klage-Geschlecht, den Sibyllen und Warn-Herrn.

Naht aber Nacht, so wandeln sie leiser, und bald

mondets empor, das über Alles

wachende Grab-Mal. Brüderlich jenem am Nil,

der erhabene Sphinx –: der verschwiegenen Kammer

Antlitz.

Und sie staunen dem krönlichen Haupt, das für immer,

schweigend, der Menschen Gesicht

auf die Waage der Sterne gelegt.


Nicht erfaßt es sein Blick, im Frühtod

schwindelnd. Aber ihr Schaun,

hinter dem Pschent-Rand hervor, scheucht es die Eule. Und sie,

streifend im langsamen Abstrich die Wange entlang,

jene der reifesten Rundung,

zeichnet weich in das neue

Totengehör, über ein doppelt

aufgeschlagenes Blatt, den unbeschreiblichen Umriß.


Und höher, die Sterne. Neue. Die Sterne des Leidlands.

Langsam nennt sie die Klage: – Hier,

siehe: den Reiter, den Stab, und das vollere Sternbild

nennen sie: Fruchtkranz. Dann, weiter, dem Pol zu:


Wiege; Weg; Das Brennende Buch; Puppe; Fenster.

Aber im südlichen Himmel, rein wie im Innern

einer gesegneten Hand, das klar erglänzende «M»,

das die Mütter bedeutet…–


Doch der Tote muß fort, und schweigend bringt ihn die ältere

Klage bis an die Talschlucht,

wo es schimmert im Mondschein:

die Quelle der Freude. In Ehrfurcht

nennt sie sie, sagt: – Bei den Menschen

ist sie ein tragender Strom. –


Stehn am Fuß des Gebirgs.

Und da umarmt sie ihn, weinend.


Einsam steigt er dahin, in die Berge des Ur-Leids.

Und nicht einmal sein Schritt klingt aus dem tonlosen Los.


*


Aber erweckten sie uns, die unendlich Toten, ein Gleichnis,

siehe, sie zeigten vielleicht auf die Kätzchen der leeren

Hasel, die hängenden, oder

meinten den Regen, der fällt auf dunkles Erdreich im Frühjahr. –


Und wir, die an steigendes Glück

denken, empfänden die Rührung,

die uns beinah bestürzt,

wenn ein Glückliches fällt.


La decima elegia


Che un giorno io, uscendo dalla cupa visione,

un canto di giubilo e gloria innalzi ad angeli consenzienti.

Che dei martelli chiaramente battuti del cuore

nessuno fallisca su corde lente, incerte o facili a rompersi.

Che il mio viso bagnandosi

più luminoso mi renda; che il pianto dimesso

fiorisca. Oh, quanto care allora mi sarete, notti

accorate. Perché non vi accolsi in ginocchio,

sorelle inconsolabili, sciolto non mi consegnai

ai vostri sciolti capelli. Noi, dilapidatori dei dolori.

Come anticipiamo la loro triste durata,

se forse finire non debbano. Ma essi sono piuttosto

le nostre foglie invernali, il nostro scuro sempreverde,

uno dei tempi dell’anno segreto –, non tempo

soltanto –, sono luogo, sede, giaciglio, suolo, dimora.


Certo, ahimè, come sono straniere le vie della città-dolore,

dove nel falso silenzio, fatto di soverchiante rumore,

dallo stampo del vuoto robusto si pavoneggia

lo scolo: il dorato baccano, il monumento che esplode.

Oh, come un angelo calpesterebbe, senza lasciarne traccia, il loro

consolatorio mercato, che la chiesa delimita, comprata già pronta:

pulita e chiusa e delusa come un ufficio postale la domenica.

Fuori però s’increspano sempre i bordi della fiera annuale.

Altalene della libertà! Tuffatori e ciarlatani del fervore!

E tirassegno a figure della fortuna agghindata,

dove presa di mira questa suona a latta

se uno più abile fa centro. Da applauso a caso

lui barcollando procede; ché baracche di ogni curiosità

attraggono, tambureggiano e strillano. Ma per i più grandi

c’è ancora in particolare da vedere come il denaro s’accresce,

anatomicamente, non per solo divertimento: l’organo genitale del denaro,

tutto, l’intero, il processo –, lo istruisce

e feconda…

…Oh, ma subito oltre, di fuori,

dietro l’ultimo steccato con affissi manifesti dell’«Immortale»,

quella birra amara che sembra dolce a chi beve

se insieme si masticano sempre distrazioni nuove…,

proprio alle spalle dello steccato, subito dietro, è reale.

Bambini giocano, e amanti si stringono, – in disparte,

seri, sulla misera erba, e cani hanno natura.

Ma il giovinetto è attratto ancora più in là; forse ama

una giovane Lamentazione… Seguendola, arriva nei prati. Lei dice:

– Lontano. Noi abitiamo là fuori…

Dove? E il giovinetto

la segue. Lo colpisce il suo portamento. Le spalle, il collo –, forse

è di nobile origine. Ma egli la lascia, si guarda

intorno, si volta, fa un cenno… A che serve? È una Lamentazione.


Solo i giovani morti, nel primo stato

d’indifferenza senza tempo, nello svezzamento,

la seguono amorevoli. Lei di fanciulle

si cura e se le fa amiche. Piano mostra loro

ciò che indossa. Perle del dolore e i fini

veli della sopportazione. – Coi giovinetti cammina

in silenzio.


Ma là, nella valle in cui abitano, una Lamentazione più anziana

alle domande del giovinetto dà ascolto: – Eravamo,

dice, una grande stirpe, un tempo, noi Lamentazioni. I padri

erano minatori là nella grande montagna; fra gli uomini

tu puoi trovare talvolta un pezzo di affilato dolore originario

o, da un antico vulcano, una scoria di collera pietrificata.

Sì, questo veniva da lì. Ricche una volta eravamo. –


E leggera lo guida nel vasto paesaggio delle Lamentazioni,

gli mostra le colonne dei templi o le rovine

dei castelli da cui i Principi della Lamentazione un tempo

la regione saggiamente governavano. Gli mostra gli alti

alberi-lacrime e i campi della malinconia in fiore

(i vivi la conoscono soltanto come morbido fogliame);

gli mostra gli animali del lutto, al pascolo, – e di quando in quando

un uccello, spaventato, in lontananza traccia, tagliando in volo piatto

il loro sguardo, l’immagine scritta del suo grido solitario. –

La sera lo guida alle tombe degli avi

della stirpe delle Lamentazioni, le Sibille e i Profeti.

Ma s’avvicina la notte, così vanno più piano, e subito

s’alza, lunare, il sepolcro che su tutto

vigila. Fratello di quello sul Nilo,

la Sfinge sublime –: il volto

della stanza segreta.

E stupiscono della testa coronata, che per sempre,

muta, il viso degli uomini

sulla bilancia delle stelle ha posto.


Lo sguardo di lui non l’abbraccia, nella vertigine

della morte precoce. Ma il guardare di lei

stana dal bordo dello pschent11 la civetta. E questa,

in lenta curva sfiorando la guancia

dove più matura s’arrotonda,

morbidamente disegna nel nuovo

udito del morto, su un doppio

foglio dispiegato, l’indescrivibile profilo.


E, più in alto, le stelle. Nuove. Le stelle della terra del dolore.

Lenta le nomina la Lamentazione: – Qui,

vedi, il Cavaliere, il Bordone, e la costellazione più piena,

Corona di frutti la chiamano. Poi, più in là, verso il polo:


Culla; Via; Il libro ardente; Marionetta; Finestra.

Ma nel cielo del sud, pura come l’interno

di una mano benedetta, la «M» che chiara risplende,

che le Madri significa… –


Ma il morto deve proseguire, e tacendo la Lamentazione

più anziana lo porta fino alla stretta gola

dove al chiaro di luna risplende:

la fonte della gioia. Con profondo

rispetto la nomina, dice: – Tra gli uomini

è questa una corrente che sorregge. –


Ai piedi del monte ristanno.

E lì lei lo abbraccia, piangendo.


Da solo lui ascende sui monti dell’originario dolore.

E non una volta il suo passo risuona del muto destino.


*


Ma se risvegliassero, i morti senza fine, un’immagine in noi,

vedi, forse mostrerebbero le pendule

inflorescenze degli spogli noccioli,

o indicherebbero la pioggia, che cade in primavera sulla terra scura. –


E noi, che pensiamo a una felicità ascendente,

ci commuoveremmo,

provandone quasi sgomento,

per qualcosa di felice che cade.


Da I sonetti a Orfeo


IV


O ihr Zärtlichen, tretet zuweilen

in den Atem, der euch nicht meint,

laßt ihn an eueren Wangen sich teilen,

hinter euch zittert er, wieder vereint.


O ihr Seligen, o ihr Heilen,

die ihr der Anfang der Herzen scheint,

Bogen der Pfeile und Ziele von Pfeilen,

ewiger glänzt euer Lächeln verweint.


Fürchtet euch nicht zu leiden, die Schwere,

gebt sie zurück an der Erde Gewicht;

schwer sind die Berge, schwer sind die Meere.


Selbst die als Kinder ihr pflanztet, die Bäume,

wurden zu schwer längst; ihr trüget sie nicht.

Aber die Lüfte… aber die Räume…


IV


O voi tenere, entrate qualche volta

in quel respiro che di voi non dice,

che sulle vostre guance si divida;

lui vibra dietro a voi, di nuovo unito.


O voi beate, o voi intatte, voi

che dei cuori l’origine sembrate,

archi di frecce e di frecce bersagli,

più eterno splende in voi pianto sorriso.


Non temete il soffrire, ciò che pesa

rendetelo al gravame della terra;

sono pesanti i monti, sono pesanti i mari.


Perfino gli alberi che bambine piantaste

è tanto tempo che pesano troppo; non li reggeste.

Ma le arie… gli spazi…


Rainer Maria Rilke, nome completo René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke (Praga, 4 dicembre 1875 – Les Planches, 29 dicembre 1926), è stato uno scrittore, poeta e drammaturgo austriaco di origine boema. È considerato uno dei più importanti poeti di lingua tedesca del XX secolo.



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